Vorwort

Bulgarien 1944 – 1989 Verbotene Wahrheit

Mit diesem Projekt werden wir kaum bekannte Fakten aus der jüngeren Geschichte zeigen und die verschiedenen Formen des Widerstandes während der kommunistischen Diktatur in Bulgarien hervorheben.

Das Berichten darüber war bis 1989 unter Strafe gestellt, die Aufarbeitung ist bis heute erschwert. Mit unserer Ausstellung möchten wir zum Gedächtnis und Gewissen der freien Welt beitragen.



 



Anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus e. V. wurde zum Festakt im Roten Rathaus von Berlin am 4. 12. 2015 die Ausstellung „Der Eiserne Vorhang“ präsentiert.

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Vier Jahre nach ihrer ersten Eröffnung, wird die Ausstellung „Bulgarien 1944-1989  Verbotene Wahrheit“  in weiteren bulgarischen Städten präsentiert.
Auf Einladung der lokalen Bezirksverwaltung wird die Ausstellung die Städte Pernik und Radomir besuchen. Am 24. September 2015 fand die Eröffnung in Pernik statt, begleitet von einer 3-stündigen Konferenz mit Zeitzeugen und Schülern. Die Bezirksverwaltung hat zu einem Essay-Wettbewerb unter den Schülern zu dem Thema „Verbotene Wahrheit“ ausgerufen.

 

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Zur internationalen Konferenz, ‚Shadows of the Communist Past (cast) on the Present‘ wurde die Ausstellung am 29. 1. 2014, begleitend zur bulgarisch – deutschen Debatte im Europa-Parlament in Brüssel präsentiert.



Anlässlich der Ausstellungseröffnung vom 13. März ein Auszug aus der Rede von Stoyan Raichevski:

Wir beobachten heute, 23 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes, eine Wiederbelebung der Mythen und Leitbilder der kommunistischen Vergangenheit. Es geht hier nicht um Amnesie, sondern um eine bewusste Kampagne für die Rehabilitation dieser Vergangenheit. Sie wird geleitet und künstlich entfacht von den Vertretern und Nachkommen der ehemaligen Nomenklatur als Mittel, um die Bürger und vor allem die Jugend irre zu führen hinsichtlich derer richtigen politischen Einstellung. Das Ziel ist es, je länger wie möglich, das Rezidiv des Übergangs am Leben zu halten und damit auch – das von den Ehemaligen ausgeübte Monopol auf allen Gebieten des Lebens. Die Parteifunktionäre und die Mitarbeiter der Staatssicherheit, die sich nach dem Sturz des Kommunismus die Hebel für die wirtschaftliche Entwicklung aneigneten, können diese vorteilhafte Position nur durch Manipulieren der öffentlichen Meinung behalten, indem sie die Wahrheit vom kommunistischen Regime, von seinen Schäden für die ganze Bulgarische Gesellschaft verheimlichen. Das Verschweigen und Verdrehen der Tatsachen über Despotismus und Verbrechen des ehemaligen Regimes ist nicht nur eine rückschrittliche Nostalgie vonseiten ihrer Vollstrecker, sondern wiederum eine Verhöhnung mit dem Gedenken an die Opfer und ein neues Verbrechen gegenüber Generationen, denen auf diese Weise auch das Recht auf Gedenken, auf Wahrheit entzogen wird. Jetzt werden auch in Bulgarien Denkmäler und Mahnmäler errichtet, aber bis heute wissen nur die Henker, wo die Gräber der Opfer des kommunistischen Regimes sind.

Die Ausstellung „Bulgarien 1944-1989. Verbotene Wahrheit“ wurde eröffnet
am Mittwoch, 13. März 2013 um 18 Uhr
in den Räumen der Deutschen Gesellschaft e.V.,
in der Voßstr. 22, 10117 Berlin, Europasaal.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Öffnungszeiten: 13. März – 5. April 2013, Montag – Freitag, 9 – 18 Uhr

  • Grußwort Jürgen Engert (stellvertretender Vorsitzender der DG)
  • Vortrag von Stoyan Raichevsky (Bulgarischer Parlamentarier a.D., Sofia)
  • Ausschnitt aus dem bewegenden Zeitzeugenfilm der Ausstellung
  • Diskussionsrunde zur politischen Situation und dem Stand der Aufarbeitung in Bulgarien mit:
  • Gernot Erler MdB (Vors. des Deutsch-Bulgarischen Forums und Staatsminister a.D.)
  • Fanna Kolarova (Ausstellungsinitiatorin Berlin / Sofia)
  • Stoyan Raichevsky (Mitautor der Ausstellung)

Danach ist genügend Zeit, um bei einem kleinen Empfang die Ausstellung genauer zu betrachten und die Gespräche weiterzuführen. Die Ausstellung hat in Bulgarien im vergangenen Herbst großen Anklang gefunden, da diese zum ersten Mal die kommunistische Diktatur in Bulgarien in dieser Form thematisiert. Der bulgarische Präsident Rossen Plewneliew sagte bei der Ausstellungseröffnung in Sofia: “Bulgarien habe einen weiten Weg der Aufarbeitung vor sich, auf dem die Ausstellung ein erster, wichtiger Schritt sei.”

Mit freundlichen Grüßen
Ursula Popiolek (Vorstandsvorsitzende Gedenkbibliothek)